Mythen & Wahrheiten

Essstörungen sind ernstzunehmende, bio-Psycho-sozialE Erkrankungen, die Millionen von Menschen weltweit betreffen, unabhängig von Alter, Nationalität, Geschlecht und die sehr grosses Leid bei den Betroffenen und ihren Familien/Angehörigen und Freunden verursachen.

 

Anorexie ist eine genetisch beeinflusste Erkrankung, ausgelöst durch Gewichtsabnahme, die wiederum forciert wird von Persönlichkeitseigenschaften, die auf die kulturellen Regeln einer «gesundheitsorientierten» Gesellschaft treffen.

2015 hat die amerikanische Akademie für Essstörungen (Academy for Eating Disorders, AED) in internationaler Zusammenarbeit von Wissenschaftlern, Patienten, deren Vertretern und verschiedenen Eltern-Organisationen  «9 Wahrheiten über Essstörungen» («Nine Truth about Eating Disorders») verfasst. Das Dokument wurde in über 30 Sprachen übersetzt und weltweit verbreitet, um überholte und falsche Annahmen über Essstörungen durch wissenschaftlich fundierte Informationen zu ersetzen.

Die Bedeutung der
«9 Wahrheiten über Essstörungen»

Mythen über Essstörungen halten sich leider noch immer hartnäckig.

Sie überschatten neuere Forschungsergebnisse bezüglich der Ursachen, die den Essstörungen zugrunde liegen. Damit limitieren sie entscheidend Möglichkeiten, Essstörungen zu verhindern (Prävention), sie frühzeitig zu erkennen und sie angemessen zu behandeln. UND Stigma kann schlimmstenfalls verhindern, dass diejenigen, die dringend auf Hilfe angewiesen sind, diese nicht aufsuchen oder nicht erhalten.

Die “Neun Wahrheiten über Essstörungen” sollen Leitlinien sein, die zum Ziel haben, sorgfältig untersuchte und evidenz-basierte Informationen über Essstörungen einfach und zügig weltweit zu verbreiten.

Ein schnelles Handeln und Eingreifen sowie eine frühzeitige Diagnose soll erleichtert werden, damit die Chancen, von Essstörungssymptomen nachhaltig geheilt zu werden, deutlich erhöht werden können.

Wenn Sie die wissenschaftlichen Studien zu den «9 Wahrheiten über Essstörungen» interessieren, finden Sie den Artikel und das PDF unten bei den Quellen.

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Erste Wahrheit

Viele Personen mit einer Essstörung sehen gesund aus, können aber dennoch schwerstkrank sein.

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Zweite Wahrheit

Familien sind nicht schuld an der Erkrankung und können in der Therapie die wichtigsten Verbündeten von Patienten und Behandlern sein.

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Dritte Wahrheit

Die Diagnose einer Essstörung stellt eine gesundheitliche Krise dar, die die persönliche und familiäre Funktionsfähigkeit beeinträchtigt.

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Vierte Wahrheit

Essstörungen sucht man sich nicht aus, sondern es sind schwere, biologisch beeinflusste Erkrankungen.

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Fünfte Wahrheit

Essstörungen können jeden betreffen, unabhängig von Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Herkunft, Figur, Gewicht, sexueller Orientierung und sozioökonomischem Status.

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Sechste Wahrheit

Essstörungen gehen mit einem erhöhten Risiko für Suizid und medizinische Komplikationen einher.

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Siebte Wahrheit

Gene und Umwelt spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Essstörungen.

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Achte Wahrheit

Allein aufgrund der Gene lässt sich nicht vorhersagen, wer eine Essstörung entwickeln wird.

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Neunte Wahrheit

Eine vollständige Genesung bei Essstörungen ist möglich. Früherkennung und eine frühzeitige Intervention sind wichtig.

Quellen:

Artikel
«The Science Behind the Academy for Eating Disorders’»
US National Library of Medicine
National Institutes of Health
PDF
«Nine Truths About Eating Disorders»

Academy for Eating Disorders